Was hat die Jahreslosung mit einem Luftballon zu tun?

Suche Frieden und jage ihm nach“ (Ps 34,15) fordert die diesjährige Jahreslosung auf. Doch was hat das mit einem Luftballon zu tun? Ich meine ganz schön viel.
  1. Wie der Luftballon ist der Frieden auf den ersten Blick vielleicht unscheinbar. Andere Dinge glänzen und locken mehr: Geld, gute Noten, ein attraktiver Partner, Gesundheit bis ins hohe Alter. Doch nur der Friede kann letztlich wirklich glücklich machen, sagt Psalm 34, aus dem die Jahreslosung stammt. Der Luftballon erinnert mich so daran, meine Prioritäten zu überdenken. Jage ich eigentlich den richtigen Zielen nach?
  2. Gerade ein nicht aufgeblasener Luftballon macht nun wirklich nicht viel her. Ohne die Luft ist er nur ein schlaffer Sack. Aber: Der Luftballon kann sich nicht selbst füllen. So erinnert mich der Luftballon daran, dass es das Innere ist, das trägt. Und so, wie der Luftballon sich nicht selbst füllen kann, kann ich den Frieden auch nicht selbst machen. Es ist Gottes Kraft, seine Gegenwart, die den Frieden schenkt.
  3. So ein Luftballon ist richtig leicht und unbeschwert, und meistens auch bunt – so wird mein Leben auch, wenn ich Gott Raum in mir schaffe, und aus seinem Frieden lebe. Denn, wenn ich Gott vertraue, verlieren meine Sorgen ihre Last. Mein Leben wird leicht. Wenn ich Gottes Frieden kenne, verliert meine Angst ihre Dunkelheit. Mein Leben wird bunt.
  4. Leider ist ein Luftballon aber ganz schön schnell entglitten. Habe ich ihn zu locker gehalten, genügt ein Windhauch, und der Luftballon segelt davon. So wie der Luftballon ist auch der Friede kein selbstverständlicher Dauergast. Er will mit Aufmerksamkeit und Achtsamkeit gehalten werden. Es will geübt sein, den Frieden zu halten.
  5. Umso beherzter ich einem entflogenen Luftballon nachsetze, desto eher fliegt er vor mir davon. Die Jagd nach dem Frieden ist keine Jagd, bei der ich mich nach allen Kräften anstrenge. Sondern eine Jagd, bei der ich Ruhe übe. Bei der ich mich immer wieder frei und leer mache. So, dass Gottes Kraft mich füllen kann. Es ist eine leise, behutsame Jagd.
  6. Ein Luftballon ist verletzlich – so, wie der Friede verletzlich ist. So lange ich auf der Erde lebe, wird der Frieden immer wieder Gefahren ausgesetzt sein: Falsche Einflüsse, schlechte Worte können ihn verletzen. So erinnert mich der Luftballon daran, dass der Friede nicht einmal gefunden wird, und dann auf ewig Bestand hat. Die Jagd nach dem Frieden wird erst enden, wenn wir für immer bei Gott und alle wunden Stellen unseres Lebensluftballons von ihm geheilt sind.

Der Luftballon erinnert:
Wenn du den Frieden suchst…

… überdenke deine Prioritäten.
… lass dich von Gottes Geist füllen und beschenken.
… wird dein Leben leicht und bunt.
… halte ihn fest, wenn du ihn gefunden hast.
… jage leise und behutsam.
… vergiss nicht: er wird erst in der Ewigkeit für immer bestehen.