Unsere Dorfkirche – Geschichte

Baugeschichte: Die alte Kirche

Klosterurkunde 1538
Klosterurkunde 1538
Die Gemeinde „Rodtelstetten, genannt Zang“ wurde im Jahre 1537 durch den tatkräftigen Abt Melchior Ruff, Vorsteher des Klosterkonvents in Königsbronn, gegründet und mit Holzhauer, Köhler und Fuhrleute besiedelt. Ziel dieser Neugründung war, die klostereigenen Schmelz- und Hammerwerke mit ausreichend Holzkohle zu versorgen. Wahrscheinlich hatte die neue Gemeinde auch eine Kirche oder Kapelle auf dem heutigen Friedhof, seelsorgerisch versorgt wurde sie jedoch vom Kloster Königsbronn. So sagt das Lagerbuch des Klosters von 1538: „Man ist ihnen nicht schuldig, einen Pfarrer zu halten denn den, so die Pfarrei zu Springen (jetzt Gemeinde Königsbronn) versieht.“ 1553 wurde das Kloster im Zuge der Reformation evangelisch. Unter Herzog Ludwig von Württemberg erhielt Zang dann eine neue Kirche: „Es haben mein gnädiger Herr und Fürst Herzog Ludwig auf dem Platz des alten Kirchhofs ein Kirchen den armen Untertanen aus Gnaden bauen lassen.“(Lagerbuch von 1583). Während des 30jährigen Krieges erleidet die Region schwere Verluste, auch die Zanger Kirche wird unter dem Krieg gelitten haben. Seit 1650 gibt es Klagen über den Zustand der Kirche, 1779 besteht gar akute Einsturzgefahr.

Die neue Kirche

Bauplan der Zanger Kirche
Bauplan des Kirchenratsbaumeisters Goez

Herzog Karl Eugen von Württemberg beauftragte deshalb den Kirchenratsbaumeister Goez mit der Planung und dem Bau unserer jetzigen Dorfkirche. Da die neue größere Kirche auf dem alten Kirchhof keinen Platz mehr hatte, wurde der Bauplatz „an die gemeine Gaß“ verlegt, da sie dort auch leichter zugänglich sei.
Am 6. März 1780 genehmigte der Herzog die von Goez eingereichten Pläne, die Kosten wurden auf 2.800 Gulden (ca. 120.000 €) veranschlagt. Die Gemeinde hatte Hand- und Fuhrfrohn zu leisten, d.h. die benötigten Baumaterialien heran zu schaffen. Der damalige Klostervorsteher Bernard bat jedoch darum, die Zanger Bevölkerung bei diesen Pflichten zu entlasten, da „sie ja noch nicht einmal Bauern seien, sondern nur Söldner oder Tagelöhner, deren Arbeit kaum ausreiche, sich selbst zu ernähren. Auch die Ochsen und Stiere seien kraftlose, ausgemergelte Tiere, die nicht in der Lage seien, die Fuhren zu ziehen.“ Er schlägt deshalb vor, auch die anderen Frohngemeinden, die zum Königsbronner Amt gehören, zur Arbeit heranzuziehen. So wurde mit Hilfe der umliegenden Gemeinden insgesamt 676 Fuhren Sand, Steine, Kalk, Platten, Ziegel und „Turmblättlen“ nach Zang hinauf gebracht. 1781 wurde unsere Kirche dann endlich gebaut und Ende Oktober „christlichen Gebrauch gemäß, in Rücksicht auf die Armut der Commun ohne alle Weitläufigkeit, eingeweiht“.